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    GOLDEN SHOWER - TRUTH BEEN TOLD, I AM LYING

     

     

    + Pictures just do not do it Justice

    + Your gentle Hair
    + A Tourist in the waking World

    + Text

     

     

    GOLDEN SHOWER - TRUTH BEEN TOLD, I AM LYING ist ein Buch-Unikat. Es beinhaltet einundzwanzig Photographien, drei Texte und zwei Zeichnungen. Die hier abgebildeten Photographien, der lesbare Text und das Vorwort von Alexander Konrad stehen stellvertretend für das Unikat. Die Arbeit wird nur im Ausstellungszusammenhang gezeigt.

     

    Buch-Format: US-Letter

     

    VORWORT

     

    denn endlich blieben mir tatsächlich nichts als Augenblicke,

    jeder von seinem Anderen durch einen Lidschlag getrennt.

    Abgeschlossen. Fertig.

    Ohne Reue; ohne Verantwortungen; ohne Wünsche, die über sich hinausgingen: hoffnungslos.

    Wäre jeder Tag nur das, ein Wetter ohne Jahreszeiten. Heiter oder wolkig.

    So aber, in diesem Absolut-Nichts, das sich ausdehnt, in dieser Überdehnung der Leere,

    in der am Ende alles seinen Platz findet.

    In dieser Lektoratsversion, die alles, was passiert, in Klammern setzt ; in dieser Phantasielosigkeit, die alles schon aufeinander bezogen hat, ehe es ganz geschehen konnte.

    Sicher, ohne die Klammer zerfiele mir die Welt in ihre Augenblicke,

    Wüsste ich jetzt nichts von jetzt und jetzt nichts von dem Jetzt dazwischen, das diese Aussage trägt.

    Eine Welt aus wahlweise Objekten oder Prädikaten. Stattdessen diese endlose Leere. Ich.

     

    - Alexander Konrad, 2012

     

    TEXT 3

     

    Er schließt die Tür hinter sich und ich starre auf den Türspion und das noch geöffnete Vorhängeschloss, das ich nun schließe.

     

    Daraufhin gehe ich zur Fensterwand und blicke hinaus auf den Pool. Darin zwei plantschende Kinder, die sich euphorisch mit den, im Pool immer vorhandenen, Schaumstoffwürsten vermöbeln. Im Modus dieser kindlichen, roh aber vertraut scheinenden, Gewalt. Wenn einer der beiden – es handelt sich wohl um Schwester und Bruder – das Gefühl hat, er oder sie hätte zu stark zugeschlagen, legen sie die Schaumstoffgegenstände beiseite und erkundigen sich (in spanischer Sprache – die Fenster sind sehr dünn – man kann fast alles verstehen) ob alles in Ordnung sei.

     

    Ich weiß nicht wie viel Zeit genau vergeht, während ich am Fenster stehe und den Kindern im azurblauen Pool beim Spielen zusehe. Die beiden beenden ihr Spiel und legen sich dann auf die, um den Pool verteilten, Liegen. Trocknen sich in der Sonne – es geht heute kein Wind. Eine unsichtbare Stimme ruft sie – sie sind noch nicht vollkommen trocken – in ihre Zimmer.

     

    Als die Kinder verschwunden sind, wende ich mich vom Fenster ab, schalte den Fernseher ein und durchsuche die Programme bis ich bei einem der Sportkanäle gelandet bin, auf dem Baseball läuft und denke:

     

    ‚Du hast vierzehn Jahre lang Erinnerungen geweckt. Ich meine, es ist an der Zeit damit aufzuhören.‘

mcavoy.de - Daniel Helbig

GOLDEN SHOWER - TRUTH BEEN TOLD, I AM LYING

 

 

+ Pictures just do not do it Justice

+ Your gentle Hair
+ A Tourist in the waking World

+ Text

 

 

GOLDEN SHOWER - TRUTH BEEN TOLD, I AM LYING ist ein Buch-Unikat. Es beinhaltet einundzwanzig Photographien, drei Texte und zwei Zeichnungen. Die hier abgebildeten Photographien, der lesbare Text und das Vorwort von Alexander Konrad stehen stellvertretend für das Unikat. Die Arbeit wird nur im Ausstellungszusammenhang gezeigt.

 

Buch-Format: US-Letter

 

VORWORT

 

denn endlich blieben mir tatsächlich nichts als Augenblicke,

jeder von seinem Anderen durch einen Lidschlag getrennt.

Abgeschlossen. Fertig.

Ohne Reue; ohne Verantwortungen; ohne Wünsche, die über sich hinausgingen: hoffnungslos.

Wäre jeder Tag nur das, ein Wetter ohne Jahreszeiten. Heiter oder wolkig.

So aber, in diesem Absolut-Nichts, das sich ausdehnt, in dieser Überdehnung der Leere,

in der am Ende alles seinen Platz findet.

In dieser Lektoratsversion, die alles, was passiert, in Klammern setzt ; in dieser Phantasielosigkeit, die alles schon aufeinander bezogen hat, ehe es ganz geschehen konnte.

Sicher, ohne die Klammer zerfiele mir die Welt in ihre Augenblicke,

Wüsste ich jetzt nichts von jetzt und jetzt nichts von dem Jetzt dazwischen, das diese Aussage trägt.

Eine Welt aus wahlweise Objekten oder Prädikaten. Stattdessen diese endlose Leere. Ich.

 

- Alexander Konrad, 2012

 

TEXT 3

 

Er schließt die Tür hinter sich und ich starre auf den Türspion und das noch geöffnete Vorhängeschloss, das ich nun schließe.

 

Daraufhin gehe ich zur Fensterwand und blicke hinaus auf den Pool. Darin zwei plantschende Kinder, die sich euphorisch mit den, im Pool immer vorhandenen, Schaumstoffwürsten vermöbeln. Im Modus dieser kindlichen, roh aber vertraut scheinenden, Gewalt. Wenn einer der beiden – es handelt sich wohl um Schwester und Bruder – das Gefühl hat, er oder sie hätte zu stark zugeschlagen, legen sie die Schaumstoffgegenstände beiseite und erkundigen sich (in spanischer Sprache – die Fenster sind sehr dünn – man kann fast alles verstehen) ob alles in Ordnung sei.

 

Ich weiß nicht wie viel Zeit genau vergeht, während ich am Fenster stehe und den Kindern im azurblauen Pool beim Spielen zusehe. Die beiden beenden ihr Spiel und legen sich dann auf die, um den Pool verteilten, Liegen. Trocknen sich in der Sonne – es geht heute kein Wind. Eine unsichtbare Stimme ruft sie – sie sind noch nicht vollkommen trocken – in ihre Zimmer.

 

Als die Kinder verschwunden sind, wende ich mich vom Fenster ab, schalte den Fernseher ein und durchsuche die Programme bis ich bei einem der Sportkanäle gelandet bin, auf dem Baseball läuft und denke:

 

‚Du hast vierzehn Jahre lang Erinnerungen geweckt. Ich meine, es ist an der Zeit damit aufzuhören.‘